2008 05 17:  Deep down (english): A brief history of consciousness (click first)
2008 05 12:  Deep down (deutsch): 2 x 5 x Neo & Smith
2008 05 07:  Matrix: neo ► smith / sentinel ► neo


“The Matrix is an exploration of consciousness.”
Larry Wachowski

INHALT

Was ist Bewusstsein? Und wie lässt es sich erforschen?
Im Inneren unseres Bewusstseins spiegelt sich die äußere Realität. Doch wie klar gibt dieses Spiegelbild in unserem Kopf jene Wirklichkeit da draußen wieder? Verzerrt oder verfärbt es sie, vielleicht ein wenig oder gar bis zur Unkenntlichkeit? Erkennen wir Realität? Sehen wir sie, wie sie ist?
Wie entsteht Realität in unserem Bewusstsein? Wie konstruiert unser Verstand diesen inneren Spiegel des Äußeren? Welche Mechanismen, welche internen und externen Einflüsse sind in diesen Prozess involviert? Welche Formen der Wahrnehmung werden bei der Konstruktion in welchem Maße berücksichtigt? Wie entsteht Wahrheit in unserem Kopf?
Der Konstruktionsprozess des Bewussteins mündet in ein stabiles und ausdifferenziertes Abbild, eine Vorstellung vom Wesen der Wirklichkeit da draußen, ein in welchem Ausmaß auch immer subjektiv gefärbtes inneres Bild. Doch warum hat sich unser Verstand gerade für genau diese Verfärbung entschieden, wieso nicht für eine der anderen scheinbar unbegrenzten Deutungsmöglichkeiten dieses Kosmos? Ist überhaupt eine Entscheidung gefallen? Beginnt wirklich alles mit einer Entscheidung? Beeinflussen wir die Ausgestaltung unserer eigenen Subjektivität durch bewusste Entscheidungen? Oder ist alles ein Produkt der Prägung, die Konstruktion von Wirklichkeit ein rein biologischer Prozess? Was formt das Subjekt?
Hat das Subjekt erst einmal eine stabile und sichere Form gefunden, die allen biologischen Bedürfnissen genügt und das Überleben der Gene sichert, wieso und aufgrund welcher Bedürfnisse gibt es dieses Abbild der Wirklichkeit wieder auf? Wieso gibt es Menschen, die den Boden des Sicheren und Erprobten verlassen und sich in die Ungewissheit einer völlig neuen Deutung der Welt wagen? Welch wundersames Geschehen lässt ein Bewusstsein seinen inneren Spiegel eines konstanten Äußeren ändern? Welche Prozesse laufen in dieser Phase des Umbruchs und der Transformation ab? Welche Konflikte werden ausgefochten zwischen dem Alten und dem Neuen? Und wie trägt ein Bewusstsein seine internen Konflikte aus?

“The Matrix is about the birth and evolution of consciousness.”
Larry Wachowski

Was also ist Bewusstsein und welche evolutionären Schritte durchläuft es in der Entwicklung seiner Realitätskonstruktion? Diese Fragen zu erforschen und eine eigene subjektive Antwort zu geben ist das Anliegen der Matrixtrilogie. Sie erzählt die Geschichte eines sich wandelnden Bewusstseins, eines Bewusstseins, in dem sich die Gewichtung konkurrierenden Wahrnehmungsformen verschiebt und  so eine Veränderung des inneren Spiegels der äußeren Realität herbeiführt.
Die Filme erzählen diese Geschichte im Verborgenen, versteckt unter der Filmoberfläche. In der Geschichte über einen Konflikt zwischen Mensch und Maschine befindet sich ein zweiter, ein verborgener Handlungsstrang, ein Subtext. Wie viel Maschine steckt im Menschen – und damit in uns? An dieser Frage entzündet sich in den Tiefen des Bewusstseins ein Konflikt, der schließlich in einer Schlacht epischen Ausmaßes ausgefochten wird ;-).
Erzählt wird diese Geschichte, dieser Subtext mit Hilfe einer Substruktur. Jenseits der Chronologie, die vom Nacheinander des Mensch-Maschinen-Konflikts berichtet, gibt es eine weitere, ebenfalls verborgene Struktur. Diese Strukturebene variiert Muster! In der Matrixtrilogie wird permanent und auf allen Ebenen – von der Mikroebene einzelner Bilder bis hin zur Makroebene kompletter Filme – variiert, kontrastiert, parallelisiert, gespiegelt und reflektiert. Dieses Mittel der Mustervariation verbindet scheinbar Unverbundenes und kreiert so interpretatorische Querverweise.
Die Matrixtrilogie ist Mustervariation! Diesen Satz durch den Vergleich von Bildern, Sequenzen, Dialogen und Motiven zu belegen ist das erste Ziel dieser Seite. Das zweite ist es aufzuzeigen, dass die Analyse und Interpretation dieser Substruktur zu einem Subtext führt,  der sich mit den genannten Fragen über das Wesen der Realität und ihrer Deutung durch das  Bewussteins auseinandersetzt.


STRUKTUR

Strukturell erforscht die Matrixtrilogie die Ausdruckmöglichkeiten des Mediums Film. Wohl jede Szene basiert auf einer Kombination verschiedener Muster. Sie ist eine Synthese aus Bildern, Bewegungen und Handlungen. Andere Szenen verwenden die gleichen Muster. Es entstehen Verbindungslinien zwischen ihnen, sie werden parallelisiert. Diese Mustervariationen befinden sich zwar auf der Bildoberfläche, aber nur die offensichtlichsten werden von den sich bewegenden Bildern preisgegeben; zumeist bleiben sie im Verborgenen. Das scheinbar Unsichtbare wird erst durch das Nebeneinanderstellen von Einzelbildern und in Einzelbilder zerlegten Bewegungsabläufen sichtbar.
In diesem Teil des Menüs finden sich – nach Filmen geordnet – die jeweiligen Parallelen parallelisiert. Manchmal sind die Gemeinsamkeiten offensichtlich, manchmal abstrakt und auch im direkten Vergleich schwer zu entdecken. Dennoch sind in allen Bildern Parallelen vorhanden und immer transportieren sie inhaltliche oder konzeptionelle Querverweise.

Das Variieren von Mustern ist kein Selbstzweck, es folgt einer ausgefeilten Konzeption und kann als filmische Umsetzung Hegelscher Dialektik verstanden werden. Die Theorie hinter diesem Konzept der Mustervariation und der Inhalt des sich daraus ergebenden Subtextes findet sich im (noch unvollständigen) Aufsatz: „Deep down the rabbit hole“.

Eines schönen Tages, wenn  diese Seite vollständig sein wird, werde ich beginnen die Inhalte zum Herunterladen aufzubereiten. Bis dahin befindet sich auf der „Downloads“ – Seite nur der etwas ältere Trailer. Über die Komplettierungsfortschritte informiert „Updates“. 


KONTAKT

Ich freue mich über jegliche Reaktion, per Email oder hier im Forum "Stadt Zion".


TECHNISCHES

Aufgrund der etwas zu breit geratenen Screenshot-Vergleiche ist diese Seite nicht wirklich gut geeignet für eine Bildschirmauflösung von 1024 x 768. Es geht, ist aber nicht besonders schön anzusehen. Wer zudem eine langsame Internetverbindung hat, wird über die hohe Anzahl von Bildern fluchen. Für beides bitte ich um Nachsicht.


DANK

Diese Seite wäre niemals Realität geworden ohne die unglaubliche Hilfe von:

Phillip Helbig – Übersetzung
Ute Damrath – Korrektur
J.H. von Gosign media. – Webdesign

Außerdem: Vicente Borrell (Korrekturen, technische und inhaltliche Hinweise), Worrel (weitere Mustervariationen (!), Korrekturen)

Inhaltlich verdanke ich viel:

Den Mitgliedern des Forums „Stadt Zion“ Nervousboy und Mayaku:
Nervousboy für seine Beiträge zur Luhmannschen Spielart des Konstruktivismus, die sowohl hinsichtlich des Inhaltes als auch der verwendeten Terminologie prägend waren für die Ausarbeitung der Theorie.
Mayaku für einen Beitrag, in dem sie die Frage stellte, ob Revolutions eine Wiederholung von Matrix sei und mit dem sie mich auf eine sehr langwierige Suche nach einer Antwort geschickt hat.
Georg Seeßlen, aus seinem Buch „Die Matrix entschlüsselt“ habe ich hier und dort eine Formulierung geklaut und den wunderbaren Begriff der „Spiegelung im Negativ“ übernommen.
Ken Wilber, ohne dessen Beitrag zum Audiokommentar der UMC diese Seite niemals entstanden wäre.
Und natürlich den Wachowski Brothers – danke für das Puzzle!

Ein besonderer Dank geht an meine Frau für ihre außerordentliche Nachsicht und ihr Verständnis. Wer möchte zu Hause einen Mann haben, der sich Ewigkeiten mit der Analyse eines Filmprojektes beschäftigt, in dem Frauen in Latex an Wänden entlanglaufen? 

 

 
Matrix deconstructed - home